04 April 2019

Ruinen

Vermutlich ist das die beste und einfschste Beschreibung für das, was ich gerade um mich herum sehe: Ruinen.
Eingestürzte Gebäude, zerbrochene Mauern, verrottetets Holz und ein trister Himmel.
Alles grau in grau, alt und... Verfallenen.
Die Erinnerung an damals, die Zukunft die die hatte sein konnen und das jetzt, alles in Trümmern.
Vielleicht war ich nie wirklich auf einem Friedhof begraben oder dieser Ort hier ist mein Friedhof, aber zumindest sind keine weiteren Gräber hier.
Vorsichtig fahr ich mit einer Hand über ein Trümmerstück und erstarre augenblicklich, als die Erinnerung mich übermannt.
Egal was es für eine Erinnerung ist, sie löst in mir trauer, Angst und ironischer weise ein kleines Lächeln aus, es war schön.
Erst danach packt mich die Wut und setze meine ganze Kraft ein, um dieses Trümmerstück zu zerbrechen und werfe die Bruchstücke dann von mir so weit weg wie es geht.
Danach breche ich zusammen und weine...
Es tut einfach unendlich weh.
Noch habe ich keine Ahnung was dieser Untergang für mich ist: meine Bestimmung oder aber das Zeichen weiter zu gehen?
Denn in diesen Ruinen noch etwas zu reparieren ist unmöglich...

24 März 2019

Geh und heb dein Grab aus

Dieser Titel ist eigentlich ein Lied von einer sehr coolen Band, die ich sehr gerne höre und mir auch in dieser Zeit ziemlich viel beistand gibt.
Doch was hat es mit diesem Titel auf sich, dass ich diesen hier erwähne... für mich beschreibt es die Zeit, in der ich Gekämpft habe und doch habe ich mich mit jeder Aktion in dieser Zeit weiter mein Gab selbst ausgehöhlt.
Ja, ich habe Fehler in dieser Zeit gemacht, auch unverzeihliche für die ich mich schäme... aber nichts war so schlimm wie die Gewissheit, dass ich mir mein Grab geschaufelt habe und dann hat nur noch der Schubs gefehlt.
Schon lag ich in meinem eigenen, selbst geschaufelten Grab und Sarg, füllte ihn auf befehl hin aus...
>>Geh und füll dein Grab aus, mein Freund<<
Wortwörtlich sozusagen.
Danach lag ich da, der Deckel kam dann noch auf den Sarg und dann lag ich schon unter der Erde,
Kalt und einsam ist es da.
Dieses kalte Gefühl, werde ich nie vergessen. Egal ob unter der heißen Dusche oder unter einer Decke, sie verging einfach nicht.
Immer war mir kalt, ich zitterte und hatte eine Gänsehaut, weswegen ich mich zusammen kauerte und versuchte es zu ignorieren.
Im nachhinein hab ich herausgefunden, dass es keine normale Kälte war, die mich von nun an immer begleitet und mir sogar hilft die kälte am Morgen ohne Jacke zu ertragen: Gefühlskälte.
Das ist im Grunde das Erbe, was mir mitgegeben wurde in mein Grab und mit dem ich jetzt leben muss.
Und jetzt liege ich hier im Dunkeln, mir ist kalt von meinen Gefühlen und habe Angst. Panische Angst.
Meine Atmung beschleunigt sich, dass ich immer schneller und mehr die Luft einatme bis es mir plötzlich den Hals zunschnürt und ich Angst bekomme zu ersticken.
Eingeengt, alleine und im dunkeln, liegt man da im Sarg und muss sich erstmal herauskämpfen.
Doch, wie kommt man aus einem Sarg, der unter der Erde ist?

21 März 2019

Lazarus, oder der Weg zurück ins Leben

Tod... das Ende... man kann es bezeichnen, wie man will, aber es wird immer auf einen zukommen, auf den einen Früher, auf den Anderen Später
Auch muss der Tod nicht unbedingt "Der Tod" sein, also das ende des Lebens, sondern etwas anderes.
Bei mir war es das Ende meiner Beziehung, was mich in einer gewissen Weise hatte sterben lassen.
Was macht man, wenn die Beziehung endet, nun die Antwort ist leicht, einer Leidet, während der andere meistens einfach weitergehen kann.
Natürlich gibt es auch noch andere Konstellationen, aber diese war meine. Ich wurde verlassen, nach drei Jahren und das im Grunde wegen eines Anderen, in den meine jetzige Ex-Freundin verliebt ist und ihn auch liebt.
Derjenige, der über Gefühle urteilt bin ich nicht und möchte ich auch nicht sein, auch wenn man versucht dagegen anzukämpfen, aber gegen das Stärkste der Gefühle kann man sich nicht wehren.
Es waren drei Schöne Jahre, die ich nicht missen möchte und die besten meines Lebens.
Jetzt... bin ich hier und sie hat eine Leiche auf ihrem Weg zurückgelassen: mich.
Nun, wie heißt es aber so schön: Totgesagte leben Länger

Vielleicht klingt das jetzt erstmal sehr übertrieben, aber für mich war es so: Eine Leiche auf einem Weg in ein vielleicht besseres Leben.
Ich versuche nicht zu urteilen, was passiert ist und wie es dazu kam, es ist einfach so und ENDE.
Ziel hiervon soll es sein, den Werdegang von mir zu beschreiben, wenn man am Ende ist, wenn man tot ist... wenn.

Lazarus hat es uns vorgemacht (und das ist zum ersten mal, das ich was Biblisches erwähne) und ich werde es ihm nachtun. Wieder aus dem Grab herauskommen, gerade weil ich bis zum Schluss kämpfe und nicht tot bleiben möchte.
Eine Leiche die aber niemanden das Leben schwer machen möchte, sondern aufsteigt zu etwas besserem, zu etwas stärkerem.

Nach so einem Erlebnis möchte man stärker werden und das hier soll diesen Werdegang beschreiben zum stärker werden.
Denn jemand der im Grunde schon im Grab liegt, kann nicht wirklich tiefer sinken, aber sich danach dort herauszubuddeln um höher und höher zu steigen... das zeigt viel mehr stärke, als sich einfach in was neues zu flüchten.
Gerade bin ich aus meinem Sarg geklettert und befinde mich zum ersten mal wieder an der Oberfläche, aber das ist der erste Schritt: Nicht liegen blieben, sondern zurück finden.

Nur wie schafft man diesen ersten Schritt, wenn man im Grab liegt?
Einfach ist er nicht, das habe ich selber festgestellt, aber es ist mit der wichtigste überhaupt.
Statt zu sehen, was man in der Vergangenheit durch diesen Verlust verloren hat, soll man sich lieber als Vorsatz setzten, was daraus gut war
Für mich waren es die drei schönsten Jahre, die ich irgendwann mal überbieten möchte
Ich habe mehr Freunde, Begleiter und Weggefährten, die in solchen fällen für einen da sind.
Sie buddeln dich nicht aus, sondern reichen dir die Hand, annehmen musst du sie selber und dann werden sie dich stützen, aber nicht führen.
Dir den Weg zeigen, aber gehen kann und muss man ihn erstmal alleine.
Das in dieser Situation zu begreifen ist schwer, tut weh und ist verdammt hart, weswegen man was haben muss, auf das man Bauen kann.
Bei mir sind es die drei Jahre und meine Freunde, die mich wieder alleine laufen sehen wollen, vielleicht auch wie ich renne. Auf die Nase zu fallen ist nicht falsch, denn dann sind sie wieder da und helfen dir auf.

So... also jetzt sind wir an der Oberfläche, haben Freunde um uns herum und haben etwas, auf was wir von der Vergangenheit aufbauen wollen, jetzt fehlt nur noch ein Ziel: Meins ist stärker werden und zwar viel stärker.

Irgendwann möchte ich auf dieses Grab, in dem ich lag, von einem Berg herunterschauen und dann grinsen. Breit Grinsen um zu sehen, wie stark ich geworden bin, um von da unten wieder nach oben zu kommen und zwar noch höher als zuvor.

Begleitet mich auf diesem Weg und... willkommen zurück an der Oberfläche
zurück in meinem Leben, in meinem Spiel, in der gesammelten Partitur der Welt, die darauf wartet von dem Berg aus dirigiert zu werden...

Nach fünf Jahren bin ich also wieder hier und schreibe mir alles von der Seele
und es macht mich stolz den weg hier her wieder gefunden zu haben, in meine eigene Welt